Erste Hilfe bei Babys: Was tun bei Erstickungsgefahr?

 

Das Verschlucken von kleinen Gegenständen ist einer der häufigsten Notfälle im Säuglingsalter. Umso wichtiger ist es, im Ernstfall ruhig zu bleiben und die richtigen Schritte zu kennen. Dieser Leitfaden wurde gemeinsam mit medizinischen Empfehlungen erstellt und zeigt Ihnen klar und verständlich, wie Sie handeln können, wenn Ihr Baby zu ersticken droht.

Wann müssen Sie eingreifen?

Husten ist ein gutes Zeichen. Wenn Ihr Baby hustet, gelangt noch Luft in die Atemwege. Ermuntern Sie Ihr Kind, weiter zu husten – häufig löst sich der Fremdkörper bereits dadurch.

Sofortiges Handeln ist nötig, wenn:

  • Ihr Baby nicht mehr richtig atmet,
  • keine Laute mehr von sich gibt,
  • sehr panisch wirkt oder blau anläuft,
  • oder bewusstlos wird.

Schritt 1: Husten unterstützen

Solange Ihr Baby kräftig hustet, sollten Sie es dabei unterstützen. Halten Sie Ihr Kind aufrecht, sprechen Sie beruhigend und greifen Sie nicht in den Mund – das könnte den Fremdkörper tiefer hineinschieben.

Schritt 2: Rückenstösse (für Babys bis 1 Jahr)

Wenn Husten nicht mehr ausreicht, beginnen Sie mit gezielten Rückenstössen. Diese Methode ist international anerkannt und wird von medizinischem Fachpersonal empfohlen.

  • Setzen oder knien Sie sich stabil hin.
  • Legen Sie das Baby in den Fliegergriff (Bauch nach unten auf Ihrem Unterarm).
  • Stützen Sie den Kopf sicher und lassen Sie ihn leicht nach unten zeigen.
  • Geben Sie bis zu 5 kräftige Stösse mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter.

Schritt 3: Brustkorbkompressionen

Hat sich der Fremdkörper noch nicht gelöst, drehen Sie Ihr Baby vorsichtig auf den Rücken.

  • Legen Sie zwei Finger mittig auf das Brustbein.
  • Drücken Sie 5-mal kräftig nach unten.
  • Der Ablauf ähnelt einer Reanimation – jedoch weniger tief.

Schritt 4: Schritte wiederholen

Setzen Sie abwechselnd fort:

  • 5 Rückenstösse
  • 5 Brustkorbkompressionen

Wiederholen Sie diesen Ablauf, bis:

  • der Fremdkörper herauskommt,
  • Ihr Baby wieder normal atmet,
  • oder professionelle Hilfe übernimmt.

Wann Sie sofort den Notruf wählen sollten

Wählen Sie umgehend die Notrufnummer 144 (Schweiz), wenn:

  • Ihr Baby bewusstlos wird,
  • nicht mehr atmet,
  • oder die Massnahmen nicht wirken.

Beginnen Sie in diesem Fall mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, wenn Sie darin geschult sind.

Warum Erste Hilfe so wichtig ist

Erste-Hilfe-Massnahmen bei Babys unterscheiden sich deutlich von denen bei Erwachsenen. Viele Eltern empfinden es als sehr beruhigend, einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge zu besuchen – besonders, wenn es das erste Kind ist.

Weitere hilfreiche Tipps für einen sicheren Alltag und erholsamen Babyschlaf finden Sie in unserem Ratgeberbereich.

 
Loading...