1. Prüfen, ob das Baby reagiert
Hören Sie den Alarm des Atemmonitors, gehen Sie sofort zum Baby:
- Spricht oder weint das Baby?
- Bewegt es sich?
Ist das Baby bewusstlos, reagiert es auf keinerlei Ansprache oder Berührung. Der Körper kann schlaff wirken, Haut und Lippen können sich blau verfärben – ein Hinweis auf Sauerstoffmangel.
2. Baby auf eine feste Unterlage legen
Nehmen Sie das Baby vorsichtig aus dem Bett und legen Sie es auf eine harte, ebene Unterlage (Boden oder Tisch). Auf einer Matratze wären Druckmassnahmen nicht wirksam.
Rufen Sie den Namen des Babys und reiben Sie vorsichtig über die Fusssohlen. Reagiert es nicht, rufen Sie laut um Hilfe. Wenn jemand anwesend ist, soll diese Person sofort den Notruf wählen (144 in der Schweiz).
3. Atemwege prüfen
Bringen Sie den Kopf des Babys in eine neutrale Position – weder überstreckt noch nach vorne geknickt. Bei Kindern über einem Jahr darf der Kopf leicht nach hinten geneigt werden.
Entfernen Sie nur sichtbare Fremdkörper aus dem Mundraum. Niemals blind im Mund suchen!
4. Atmung kontrollieren (max. 10 Sekunden)
- Legen Sie Ihre Wange an Nase und Mund des Babys.
- Hören Sie auf Atemgeräusche.
- Spüren Sie Luftbewegung.
- Beobachten Sie, ob sich der Brustkorb hebt.
Atmet das Baby nicht? Dann sofort mit der Beatmung beginnen.
5. Beatmung durchführen
Bei Säuglingen umfassen Sie Mund und Nase gleichzeitig. Blasen Sie sanft ein – nur eine kleine Luftmenge, ungefähr wie das Anhauchen eines Spiegels.
Geben Sie 5 anfängliche Beatmungen.
6. Herzmassage (Thoraxkompressionen)
Atmet das Baby nach den ersten Beatmungen immer noch nicht, beginnen Sie sofort mit der Herzmassage.
- Platzieren Sie zwei Finger mittig auf dem Brustbein.
- Drücken Sie den Brustkorb etwa 1/3 tief nach unten.
- Frequenz: 100–120 Mal pro Minute (Rhythmus wie „Jingle Bells“ oder „Stayin’ Alive“).
- Führen Sie 15 Kompressionen durch.
7. Beatmung und Kompressionen im Wechsel
Wechseln Sie kontinuierlich ab:
- 15 Kompressionen
- 2 Beatmungen
WICHTIG: Unterbrechen Sie die Herzmassage nicht, um zu prüfen, ob die Atmung zurückgekehrt ist. Jede Pause reduziert die Überlebenschance.
Nur wenn das Baby aktiv reagiert oder sich wehrt, dürfen Sie unterbrechen.
8. Was tun, wenn Sie allein sind?
Wenn keine weitere Person helfen kann, wenden Sie zunächst die sogenannte Rettungsminute an:
- ca. 3 Zyklen aus 15 Kompressionen und 2 Beatmungen
Erst danach wählen Sie den Notruf (144, Schweiz), ohne das Baby unbeaufsichtigt zu lassen.
Warum Vorbereitung so wichtig ist
Ein Atemmonitor wie der Nanny warnt frühzeitig, ersetzt aber keine Erste-Hilfe-Kenntnisse. Ein Säuglings-Notfallkurs kann Eltern wertvolle Sicherheit geben – besonders in den ersten Lebensmonaten.
Weitere Anleitungen zur sicheren Schlafumgebung und zur Nutzung des Atemmonitors finden Sie in unserem Ratgeberbereich.